Finanzierung

Ende der Mikrokredit-Förderung: Finanzierung für Gründer ohne Sicherheiten

Für viele Gründerinnen, Gründer und Kleinstunternehmen war der Mikrokredit ein pragmatisches Sprungbrett: erstes Startkapital, um Material zu kaufen, einen Auftrag vorzufinanzieren oder überhaupt ins operative Geschäft zu kommen. Zum 30. Juni 2026 ist diese Förderung ausgelaufen, der Mikrokreditfonds Deutschland vergibt seitdem keine neuen Kredite mehr.

Aus unserer Sicht ist das ein Rückschritt, aber kein Grund, ein Vorhaben aufzugeben. Wer die passende Struktur wählt, kommt auch ohne Mikrokredit an Kapital.

Warum das Aus für Mikrokredite ein Problem ist

Mikrokredite wirken genau dort, wo eine klassische Bankfinanzierung oft scheitert: bei sehr kleinen Beträgen, wenig Sicherheiten und kurzer Unternehmenshistorie. Fällt dieses Instrument weg, spart das kurzfristig einige Haushaltsmittel, macht Gründungen langfristig aber schwerer. Auch Arbeitsagenturen und Jobcenter werden weniger Menschen in eine tragfähige Selbständigkeit vermitteln können. Der volkswirtschaftliche Schaden ist größer als die kurzfristige Einsparung.

Für wen Mikrokredite bisher der Einstieg waren

Betroffen sind vor allem Solo-Selbständige und Kleinstbetriebe in der Frühphase: Menschen mit einer belastbaren Geschäftsidee, aber ohne dingliche Sicherheiten und ohne mehrjährige Bilanzhistorie. Genau diese Zielgruppe fällt bei klassischen Bankkrediten durchs Raster und braucht deshalb eine bewusst gewählte Finanzierungsstrategie.

Welche Finanzierung jetzt trägt

Welcher Weg funktioniert, hängt von vier Faktoren ab: Phase, Kapitalbedarf, Sicherheiten und Cashflow. Auf dieser Basis kommen unter anderem infrage:

  • KfW-Gründungsprogramme, etwa das ERP-Gründerkredit-StartGeld.
  • Bürgschaftsbanken: Sie stellen die Sicherheiten, die dem Unternehmen fehlen, wenn die Idee grundsätzlich trägt.
  • Beteiligungs- und Mikromezzanine-Kapital: eine Alternative, wenn klassisches Fremdkapital nicht passt.
  • Zuschüsse und Gründungsförderung: nicht rückzahlbare Bausteine, die den Kapitalbedarf senken.
  • Factoring und Vorfinanzierung: wenn bereits Aufträge vorliegen, aber die Zahlungsziele zu lang sind.

Beispiel: Start ohne Sicherheiten

Eine Gründerin braucht 40.000 Euro, um Material zu beschaffen und den ersten Großauftrag vorzufinanzieren. Sicherheiten hat sie keine. Statt eines Mikrokredits lässt sich das zum Beispiel so lösen: ein KfW-StartGeld mit Haftungsfreistellung, abgesichert über eine Bürgschaftsbank, ergänzt um Factoring für den vorfinanzierten Auftrag. So entsteht Handlungsspielraum, ohne private Sicherheiten zu verpfänden.

Ihr nächster Schritt

Je enger die Finanzierung, desto wichtiger ist eine Strategie, die langfristig trägt. Wir schauen uns Ihre Phase, Ihren Kapitalbedarf und Ihren Cashflow an und bauen daraus eine Struktur, die auch ohne Mikrokredit funktioniert.

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